Wermsdorfer Wald


Kulturlandschaftsmuseum "Wermsdorfer Wald" - Ausgrabungsstätte Wüstung Nennewitz

Nordöstlich Fremdiswalde und östlich von Sachsendorf in Nähe des Kirchenteichs befindet sich das 1081 erstmalig erwähnte Dorf Nennewitz. Bereits 1459 wurde es als das »wuste Dorff« urkundlich erwähnt. Über die Gründe der Wüstung ist nichts bekannt. Von Prof. Dr. Gerhard Billig wurden acht Hofstellen, die nach der Sage tatsächlich teilweise im Wasser lagen, eine um 1200 errichtete Turmhügelburg und eine romanische Saalkirche ausgegraben.

Wir wollen hier in diesem Zusammenhang besonders auf die Kirche hinweisen, wobei die Besichtigung der Fundamente der Saalkirche auf alle Fälle eine Reise wert ist. Das Kulturlanschaftsmuseum ist für den Ortsunkundigen nicht leicht zu finden, da der zugehörige Parkplatz mitten im Wermsdorfer Wald liegt und das Museum selbst nur zu Fuß erreicht werden kann. Vom Parkplatz zum Museum sind es ca. 500m Fußweg. Wenn Sie über ein Navigationsgerät verfügen, so finden Sie den Parkplatz über die Koordinaten 51°18'43.93"N/ 12°53'31.44"E.

Die Kirche ist das letzte feste Bauwerk im großen hochmittelalterlichen Landesausbau in der Kirchenteichregion. Sie wurde um 1220/30 errichtet, nachdem um 1200 die Dorfzeile und die Burg angelegt worden waren. Als Gotteshaus wurde sie bis zum Verlassen der Siedlung in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts genutzt. 1533 wird der Kirchenteich zum ersten Male erwähnt und "Teich bei der Kirche zu Nennenwitz" genannt. Am Ende des 16. Jahrhunderts erscheint die Ruine mit der Bezeichnung "alte kirch" auf der Karte von M. Oeder.

Die verlassene Kirche wurde gezielt zur Gewinnung von Baumaterial abgebrochen. Noch vorhandene Reste des Dachstuhls beseitigte man durch Feuer, wie eine Brandschicht zeigt. Danach riß man alle Mauern bis auf die Fundamente nieder. Nur zwei zusammenhängende Fundamentpartien blieben erhalten und wurden ausgegraben.

Die Kirche verkörpert eine spätromanische Saalkirche mit eingezogenem Chor und abgesetzter halbrunder Apsis. Das entspricht der weit verbreiteten Erscheinung der Dorfkirchen dieser Zeit. An die Stelle der großen frühen Pfarrsprengel der Urkirchen traten kleine Pfarrbezirke für einen Ort oder wenige Dörfer. Der relativ große Chor unserer Kirche und die Abtrennung vom Laienraum des Kirchensaales sprechen dafür, daß sie Pfarrkirche für die wüsten Dörfer im Walde war. Schriftliche Nachrichten dazu fehlen.

Kirchhof

Die Kirche ist von einem Kirchhof mit annähernd trapezförmigem Grundriß umgeben, der von einer Mauer umgrenzt wird. Im Nordzug der Mauer befindet sich ein leichter Knick. Die Ostseite kann nicht bestimmt werden, weil oberflächliche Spuren fehlen. Im Gegensatz zum Mauerwerk der Kirche, das nur aus sauber behauenen Porphyrplatten besteht, stecken in der Umfassungsmauer nach Form und Farbe verschiedene Feldsteine.
Nur ein Teil im Süden der Kirche ist mit Gräbern dicht belegt. Der Nordteil des Kirchhofes blieb bestattungsfrei. Lediglich nördlich des Chores fand sich ein vereinzeltes Grab. Eine außergewöhnliche Bestattung lag im Süden vor der Kirchhofsmauer. Die Belegung ,ist so dicht, daß viele Gräber von den benachbarten Bestattungen gestört wurden. Verfärbungen, Nägel und Klammern belegen die Verwendung von Särgen.

Weitere und ausführliche Informationen finden Sie auf der Website des Friedrich-Gustav-Klemm Gesellschaft e.V. unter http://www.klemm-gesellschaft.de/kulturlandschaftsmuseum.html.

Das Kulturlandschaftsmuseum freut sich auf Ihren Besuch!

Parkplatz Kulturlandschaftsmuseum

Kirche Wüstung Nennewitz