Helden des Alltags

 

„Superman“ ist eine Lichtgestalt. Kinder lieben ihn, weil er für das Gute steht. Dem Bösen macht er den Garaus. Wir Erwachsenen sind da realistischer, wissen wie es in der Welt zugeht. Korrupte sind obenauf. Tagesschau und Zeitung informieren tagtäglich. Manchmal fällt es schwer, all die schlechten Nachrichten in sich aufzunehmen und zu verkraften. Kein Wunder, wenn so mancher in kindliche Erwartungen zurückfällt, sich nach der erlösenden Lichtgestalt sehnt, die alle Probleme dieser Welt zu lösen vermag. Aber Hand aufs Herz, ist das wirklich möglich? Die Corona-Krise hat eine berührende Wahrheit ans Licht gebracht.

Die Nachrichten berichteten über die Helden des Alltags, die den ganzen Laden der Gesellschaft am Laufen halten. Es sind die Männer der Müllabfuhr, die Krankenschwestern, die Mütter und Väter und andere, die den Alltag zusammenhalten. Was könnte da nur „ein“ Heilsversprecher an Licht in eine Gesellschaft bringen? 

Es sind die vielen, die an ihrem Platz das Beste geben. Hier sollte die Politik Weichen für eine handfeste Anerkennung stellen.

Der Bibelspruch für die kommende Woche steht im Brief an die Epheser: „Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Auch wenn Jesus Christus für die Christen der Träger des Lichtes ist, ist er nicht „Superman“, der alles für seine Schäfchen regelt. Sein Licht ist auf  viele Menschen angewiesen, die mit Güte und Gerechtigkeit unseren Alltag beleben und erhellen. Helden des Alltags eben.

 

Pfarrer Rico Riese, Wermsdorf