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»Damit die Kirche im Dorf bleibt«

Am 29. Januar 2016 fand in der Klosterkirche zu Oschatz eine gemeinsame Sitzung aller Kirchvorstände und Kirchgemeindevertretungen sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kirchgemeinden und Kirchspiele der drei Gebiete Oschatz-Liebschützberg-Naundorf, Dahlen-Cavertitz-Schmannewitz und Mügeln-Wermsdorf-Sornzig mit Vertretern des Landeskirchenamtes statt.

»Damit die Kiche im Dorf bleibt« - so lautet der Titel eines Konzeptionspapiers, welches im September 2015 von der Kirchenleitung verabschiedet wurde. Die dort enthaltenen »Strukturellen Überlegungen für den ländlichen Raum« betreffen die Arbeit in unserer Region in hohem Maße. Der Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz wird dort u.a. als Standort einer »Modellregion« für zukünftige Gestaltungsformen in der sächsischen Landeskirche angeführt.

Was das heißen könnte für die oben genannte Region zwischen Schmannewitz und Mügeln, das wurde an diesemAbend vorgestellt und diskutiert.

Hier können Sie das Konzeptionspapier in seiner finalen Fassung herunterladen.

Nachstehend finden Sie die am 29. Januar zu diesem Thema vorgetragene PowerPoint-Präsentation des Landeskirchenamtes als PDF und PPTX zum Download.


"Die Rolle von Ritualen und Symbolen in der evangelischen Volksfrömmigkeit"

Dies war das Thema des ephoralen Studientages 2015 in Schmannewitz. Eingeladen hatten wir dazu den praktischen Theologen Prof. Zimmerling aus Leipzig.

Weiter unten finden Sie eine Mitschrift seines Vortrags und der sich daran anschließenden Gesprächsrunde...

“...was die Kirche im Innersten zusammenhält...?”

Einmal nur für das Wesentliche Zeit haben, das war der Gedanke zu einem theologischen Studientag im Kirchenbezirk Leisnig-Oschatz. Pfarrer/innen, Gemeindepädagog/inn/en und Kirchenmusiker/innen trafen sich im frisch sanierten Rüstzeitheim Schmannewitz, um sich mit Altbischof Volker Kress über eigenes, fremdes und gemeinsames Schriftverständnis auszutauschen.

In jedem Fall sei die “Ergriffenheit vom Wort  Gottes”, so Kress, entscheidend für den inneren Zusammenhalt und die Zukunft der Kirche. Ehrlich, mit Hochachtung und am besten miteinander in der Bibel zu suchen, sich der Eindeutigkeit und Durchsichtigkeit Jesu für Gott (Klaus Berger) auszusetzen, mit ihm um Gottes Heiligung, um seinen Willen und um sein Reich zu beten und die Spur des Erbarmens, der  Stellvertretung und die Spur von Ruf und Rettung (Gunda Schneider-Flume) aufzunehmen, das sei ein Klima, in dem Grenzen zwischen Gruppierungen flössen und Leben entstehe.

Tatsächlich ergaben sich aus der Lektüre vom Apostelkonzil (Galater 2,1-10 und parallel Apostelgeschichte 15) einige überaus spannende Impulse zur Situation unserer Landeskirche: So wird dort im Umfeld scharfer Worte und hitziger Gefechte dennoch eine Einigung erzielt. Im Namen der Einheit soll zweierlei möglich sei, denn Einheit geht über Einheitlichkeit. Zwar scheint schon allein der Erfolg Paulus mit seiner “liberaleren” Haltung recht zu geben. Dennoch sucht er die gemeinsame Absprache, lässt sich für die Jerusalemer Gemeinde in die Pflicht nehmen und achtet sie mit seiner Kollekte als die Muttergemeinde. “Hat,” bemerkte der Altbischof nebenbei, “nicht auch unsere gemeinsame Finanzverwaltung eine tiefe geistliche Dimension?” Und zum Thema homosexueller Partnerschaften im Pfarrhaus: “In der Regel geht es um hochsensible, verletzliche Menschen. Sollen die ins Hotel und in die Lüge getrieben werden?

Aber auch das galt es zu sehen: Paulus erkennt konkrete gemeinsame Grenzen an. Die Grenze der gegenwärtigen Diskussion um homosexuelle Paare im Pfarrhaus wäre für Kress erreicht, wenn Homosexualität als Schöpfungsvariante progagiert und kirchlich gesegnet werden sollte.